Gedichte

 

A
Abschied
abstieg
Am Ende eines Jahres

B
Besinnlichere Weihnacht
Bis zu Dir

C
Cinnabar, oh Cinnabar
Crying

D
Das größte Glück...
Das Heldentum des Narren
Das Lächeln eines Engels
Deep Inside Me
Dem Wahnsinn verfallen
Der einsame Wächter
Der letzte Akt
Der Sprücheklopfer
Der zweite Akt
Des Glückes Leugner
Die Gitarre
Die Klingensieben
Die Kraft in uns
Die Macht der Worte

E
Ein Narr
Ein Ort
Ein Satz in Einsamkeit
Ein Satz in Ratlosigkeit
Ein Satz in Traurigkeit
Ein Winterbaum
Einmal
Eiskristall
Ende
Endloser Horizont,...

F
Freudentränen
Frustlust - Lustfrust

G
Globale Lokalisierung
Grauwelt

H
Herz aus Stein
Herz schlägt

I
Ihr Netz

J
Jahres(W)Ende

K
Kindersommer
Klingen klingen
König der Welt

L
Last Trip
Letzte Worte
Liebe
Liebe tötet
Liebesdornen
Liebeserklärung
Lüge

M
Mensch und Tier
Millennium

N

O

P

Q

R
Regen, der wie Tränen fällt

S
Schwarze Trümmer
Sitting here
Söldnerleben
Spiegelbild
Stell dir vor...
Stimmen

T
Tausend Gedanken
Träume leben
Trauer

U

V
Vampirbiß
Verloren
Von Rittern und Drachen

W

X

Y

Z
Zerbrochen
Zu tun, was unter Nägeln brennt
Zum Abschied

 

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Cinnabar, oh Cinnabar

 

Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land von Damen wunderbar!
Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land voll Ruhm unvorstellbar

Mit edlen Damen spricht man wohl
Ganz artig und niemals frivol,
Führt beim Feste sie zum Tanz
– Ein schönes Spiel, und so begann ’s.

Im Gespräche man berichtet,
Von Freund und Feind, die man gesichtet,
Von Rittern, die mit Orks versöhnlich,
Was doch eher ungewöhnlich.

Gehört die Worte von den Damen,
Die sie eben noch vernahmen,
Haben sie sich ausgedacht,
Den Spaß des Jahres – und vollbracht.

Die Damen ziehen also weiter,
Zu diesem Ritter, jenem Streiter,
Bis man den rechten wohl erreicht
Und das Gehörte weiterreicht.

Aber ach, was ist geschehen,
Mit voller Absicht aus Versehen:
Die Worte etwas umgestellt,
Ist der Ritter schnell verprellt.

Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land von Damen wunderbar!
Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land voll Ehr’ unvorstellbar

Der Ritter wirft, der Handschuh fliegt
Und auch schon daniederliegt.
Man fordert bis zum ersten Blut,
Bejaht vom andern voller Mut.

So wählten beide Duellanten
Sich sogleich die Sekundanten,
Ort und Zeit sich gleichfalls fanden
– Zur siebten Stund dort alle standen.

Alle, bis auf einer, ich vergaß,
Der den Ritter im Stiche laß,
Der gefordert worden war.
– Sein Sekundant aus Cinnabar.

Kein Sekundant, so kein Duell –
Verloren hat man dann recht schnell.
So stürmte man mit Wut im Bauch
Zur Kammer mit dem Handschuh auch.

Dort fand man Herren und auch Damen,
Die schlafend beieinander lagen.
Der Sekundant, der so verlässlich,
Hatte wohl bequem genächtigt.

Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land von Damen wunderbar!
Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land voll Stolz unvorstellbar

Der Ritter wirft, der Handschuh fliegt
Und auch schon daniederliegt.
Man fordert bis zum ersten Blut –
Und Pünktlichkeit wär’ auch noch gut.

So wählten beide Duellanten
Sich sogleich die Sekundanten,
Ort und Zeit sich gleichfalls fanden
– Zur zehnten Stund dort alle standen.

Alle, und diesmal ist’s auch wahr,
Und so kam es und geschah
Zum Duell mit dem genannten,
Ehemal’gen Sekundanten.

Ein Hieb hier und ein Stoß da,
Und nach kurzem Kampf war klar,
Der geschmähte Ritter siegt,
Der Schläfrige am Boden liegt.

Dem Sieger wurde applaudiert,
Von Zofen, gänzlich unbeirrt,
Von Zofen, die so wunderbar
– Die Zofen der Damen von Cinnabar.

Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land von Damen wunderbar!
Cinnabar, oh Cinnabar,
Du Land voll Ruhm unvorstellbar

Und die Moral von dem Gedicht:
Wenn eine Dame mit Euch spricht,
Fragt zuerst, woher sie stammt.
– Oh Cinnabar, du schönes Land!

 

 

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